Dienstag, 31. Mai 2011

sonntagsoutfit

Eigentlich bin ich ja eher ein Drinni als ein Draußi. Und ich habe absolut kein Problem damit ein ganzes Wochenende lang keinen Fuß vor die Tür zu setzen. Gut, ich muss zugeben, dass das etwas unangenehme Gefühl im kleinen Zeh geringer ist, wenn es draußen regnet - aber schlechtes Gewissen? Nein. Hier in Shenyang allerdings ist alles anders. Wenn das Grün um mich herum selbstverständlich wird, weiß ich es nicht so sehr zu schätzen, wie hier in der Großstadt. Und jetzt kann man mich am Sonntagnachmittag bei der alt Weiber Beschäftigung schlechthin beobachten: Spaziergänge im Grünen.

Kleid: Only, Weste & Schuhe: Zara

Nicht schwer zu erkennen, dass es an diesem Wochenende sehr windig war.
Und nein die Kühe, die hier im Hintergrund schön gemütlich vor sich hin grasen,
sind leider nicht echt.

Montag, 30. Mai 2011

hirschpenis gefällig?

Und gerade wenn man dabei ist sich hier wohl zu fühlen und man denkt, Shenyang kann einem mit nichts mehr so wirklich schocken, schafft es diese Stadt mich immer wieder zu überraschen. Ja - ihr habt richtig gelesen: getrockneter Hirschpenis scheint hier anscheinend eine Delikatesse zu sein. Als ich diese Besonderheit entdeckt habe, kam mir der Gedanke, dass das Dschungelcamp nur halb so lustig wäre, wenn man chinesische Bürger dort hin einladen würde. Die für mich ekligen, aber eben genau deshalb umso interessanteren Essensprüfungen wären für so manch einen Chinesen nicht mal ansatzweise ein Grund zum Wimpernzucken und würden mit Bravour gemeistert werden. Na dann ... Mahlzeit!

Um nur EUR 45 kann man diesen Leckerbissen der besonderen Art erwerben...

Sonntag, 29. Mai 2011

an meine lieben

China ist schön. Ja klar. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass ich hier quasi als Spielerfrau hergekommen bin und mein Leben in vollen Zügen genießen kann. Shenyang ist eine Stadt, die so einiges zu bieten hat: ein modernes Einkaufscenter nach dem anderen, Sehenswürdigkeiten, Chinesische Geschichte zum Anfassen, Massage-Tempeln zu einem kleinen Preis, köstliches Essen (wenn man weiß, wohin man gehen muss *grins*), Grünflächen ohne Ende, Parks und und und...

Mit einem kann China jedoch nicht aufwarten... mit meinen Lieben zu Hause. Meine Süßen ihr fehlt mir so sehr - am liebsten würde ich euch alle einzeln einfliegen lassen! Deshalb fällt es mir auch so schwer meine Mails zu beantworten und zu lesen. Jedes Mal, wenn ich ein Lebenszeichen von euch krieg, fang ich an sentimental zu werden. Und ich hasse es sentimental zu werden. Diese Tatsache klingt noch um einiges deprimierender, wenn man bedenkt, dass ich dann allein im Hotelzimmer sitze und meine Decke zwinge micht zu bemitleiden. Schwer zu erraten, wie (un)erfolgreich ich bei diesen Versuchen bin.

Dies soll also eine offizielle Entschuldigungsmeldung sein, an alle meine Süßen, die ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt habe. An meine ganze Familie natürlich - Mama, Papa, Bruderherz. Aber auch an Nadja, die mich mit ihren Geschichten immer wieder zum Nachdenken bringt. Conny, die zu verrückt ist, um wahr zu sein - im genialen Sinne natürlich. Andrea, meine kleine Große, die es mit der ganzen Welt aufnehmen könnte. Bernhard, der so wie er ist, perfekt ist. Nici, die mir in so vielem so ähnlich und für mich unersetzlich ist. Christina, die es immer schafft, mich zum Lachen zu bringen. Tanja, die immer die richtigen Worte zur richtigen Zeit findet. Daniela und Claudia, meine unglaublich gutgelaunten, zu jedem Blödsinn aufgelegten Chicks. Und natürlich meine Angi, die ein echtes Unikat ist und ich danke den unglücklichen Umständen, die uns zusammengeschweißt haben.

Tja ... meine Wiedergutmachungsversuche enden in Honig-ums-Maul-schmier-Orgien (die hoffentlich erfolgreich sind :)) Was ich meinen Lieben sagen will:

China wäre für mich fast perfekt, wenn ihr um die Ecke wohnen würdet.
Und: ich gelobe Besserung... bei meinem Blog!

Mittwoch, 25. Mai 2011

ein kaninchen zum mitnehmen, bitte

Oder soll es doch eine Katze werden? Heute war in Shenyang wohl anscheinend internationaler Ich-bring-die-Nachkommen-meiner-Haustiere-an-den-Mann Tag, denn ich hab an jeder Strassenecke winzige Lebewesen entdeckt, die auf ein neues zu Hause hofften. Leider waren nicht nur die Lebewesen winzig sondern auch die Käfige, in denen sie zur Schau gestellt wurden. Und ich konnte es bei einigen fast nicht ertragen weiter zu gehen. Am liebsten hätte ich sie ja alle auf der Stelle eingepackt.

Ich finde es schlimm, wie die Tiere hier gehalten und angepriesen werden. Jedes Mal könnte ich vor Mitleid zerfließen. Leider ist das jedoch von so manchen Einheimischen die einzige Einnahmequelle und deshalb wird es auch nicht möglich sein, diese für mich schlimmen Bedingunen zu unterbinden. In manchen Käfigen waren noch nicht mal Wasserspender angebracht und der Boden ... *räusper* oder besser gesagt Gittersprossen scheinen auch alles andere als tierfreundlich zu sein! Und so bleibt nur zu hoffen, dass alle dieser kleinen Süßen auf dem schnellsten Wege von der Strasse in ein ordentliches zu Haus geholt werden.


Ein ein Quadratmeter Zoo. Nicht nur verschiedene Fische werden hier verkauft, sondern auch Kaulquappen und Schildkröten.

Oh... diese beiden Fellpuschel hatten es mir auch besonders angetan...

...genauso wie diese Rasselbande.

Aber hier ist mein absoluter Liebling. Und obwohl ich mir immer einen Chihuahua als Haustier gewünscht habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich morgen nicht zu dem Strassenverkäufer laufe und ihn nicht doch mit zu mir nehme... den süßen Welpen natürlich *grins*

wohnraumsuche ... # 5

Wir sind fündig geworden! Unser neues zu Haus wird von uns nächste Woche Samstag unter Beschlag genommen. Klar hat das Hotelleben einige Vorteile. Trotzem kann ich es kaum erwarten endlich wieder mal zu kochen und ungestylt zum Frühstück zu gehen und bei einem faulen Tag nicht durch das Raumsäuberungspersonal gestört zu werden und keine lästigen Gespräche beim Frühstück mehr führen zu müssen. Auch die Wohnungssuche bringt aber so manch eine Herausforderung mit sich...

Die Wohnung wird ja - wie von mir schon mal erzählt - gerade erst fertig gestellt und so war es uns möglich ein paar Dinge mitzuentscheiden. Wie zum Beispiel die Sache mit den braun-goldenen Tapeten an so ziemlich jeder Wand unseres neuen Heimes. Vertraglich wurde von uns festgesetzt, dass uns weiße Wände in der Wohnung erwarten zu haben. Bei einem kurzen Kontrollbesuch entdeckte ich dann trotzdem an den Wänden Holzornamente, die dann mit Tapeten ausgelegt werden sollten. Auf meine Frage was das soll und der Bitte diese wieder abzumachen, wurde mir vollstes Unverständnis entgegengebracht. Dem Vermieter war nicht bewusst, dass ich wirklich alle Wände weiß haben wollte und lenkte meine Aufmerksamkeit auf das bisserl Platz um den Ornamenten herum, die doch eh weiß bleiben würden...

Zudem wurde ich in den Lampenkauf miteinbezogen. Man stelle sich vor: ein chinesischer Einrichtungs-/Baumarkt von der 5-fachen Größe eines Fußballplatzes; ein genervter Chinese, der stellvertretend für den Vermieter mit musste, um meine Wünsche zu notieren; eine hippelige Maklerin, die wegen Verständigungszwecken hinzugezogen wurde, aber definitiv besseres zu tun hatte und eine doch etwas wählerische Europäerin, die verzweifelt in diesem Geschäft nach nicht-verkitschtem, europäisch angelehnten Lampen suchte. Kurz: ein 25-minütiges Powershopping wurde von mir dank meiner jahrelangen Routine durchgezogen ... und das mit Erfolg. Naja - bei meiner Esstischbeleuchtung bin ich mir nicht mehr so sicher auf was genau ich da eigentlich gezeigt habe. Aber ich weiß noch, dass es das einzige war, was keine Kristalle besaß und nicht mit irgendetwas verschnörkerlt war. Was will das Herz noch mehr?!

Dienstag, 24. Mai 2011

29° und es wird noch heißer

Während ich nicht mehr weiß, was ich anziehen soll, weil die Hitze in einer Großstadt ohne Badeseen unerträglich sein kann, denken die Einheimischen hier ganz anders als ich. Ein Walla-Walla-Kleid nach dem anderen kommt bei mir jeden Tag zum Einsatz, da ich mich so am liebsten gegen die Hitze rüste. Die Chinesen allerdings wissen bei diesen Temperaturen und Wetterbedingungen nicht so ganz genau, was sie nicht alles anziehen sollen. Nackte Haut gilt hier bei Fashionistas als ein No-Go. Es wird alles daran gesetzt, um nicht mal einen Augenschlag lang der Sonne ausgesetzt zu sein. Gebräunte Haut gilt als absolut unschick - die Anzahl an Cremen und Töpfchen, die mit Whitening-Effekten auftrumpfen, geht schier ins Unendliche.

Und so sieht man hier die Mädls in Strumpfhosen, geschlossenen Schuhen, langen Blazern und Blusen durch die Straßen ziehen - zumeist wird dieses Bild dann auch noch mit Sonnenschirmen ergänzt. Auch seltsames Verhalten von den Kolleginnen meiner arbeitenden Hälfte lässt sich auf die Wetterbedingungen zurückführen. Mehrere Kolleginnen wurden im Bürogebäude dabei beobachtet, wie sie ihre Strecken zum Beispiel zum WC verkehrt (!) zurücklegten. Bei näherem Nachfragen wird einem dann erklärt, dass man so der durchs Fenster scheinenden Sonne den Rücken kehrt...

Ja - auch ich bin ein Sonnenallergiker. Ich wechsle von weiß zu rot, schäle mich dann und bin wieder bei meinem weißen ursprünglichen Zustand. Sonnenblocker zählen für mich deshalb im Sommer zur täglichen Routine. Trotzdem, man kann alles etwas übertreiben *grins*

Donnerstag, 19. Mai 2011

wenn ich noch mal 16 wär...

Lange wurde meine Theorie ja belächelt, aber hey - ich konnte sie letzten Sonntag wieder mal beweisen. Es hat einen Grund, warum ich Zeitschriften sammle und es nicht übers Herz bringe diese wegzuwerfen. Manche Gedanken, Theorien, Artikel müssen einfach immer wieder gelesen werden und dürfen nicht dem Papiercontainer zum Opfer fallen. Kurz: Frau kann sich durch einen Friseur- oder Krankenhausbesuch weiterbilden! Oder zumindest etwas lesen, was sie zum Lächeln bringt.

So geschehen am Sonntag als sich meine kränkelnde Hälfte in der Behandlung befand und ich einen Artikel in der Zeitschrift RED datiert mit Dezember 2009 (!) fand. Der Artikel handelte über erwachsene Frauen, die einen Brief an ihr 16 Jahre altes Ich verfassten. Und das möcht ich mit euch teilen, weil es mich zum Lächeln gebracht hat und auch ein klein wenig zum Nachdenken.


1) Don't EVER EVER EVER bother to go on a diet. Eat regularly try and avoid rubbish and never diet. You'll end up the same size anyway, so drop it girl, and drop it NOW. You'll save time and be much happier.
2) When he says he doesn't love you believe him. He doesn't. I love you
by Emma Thompson

Dear Me,
Try and love yourself for the right reasons, not to fuel your ego but to feed your soul. Trust your family, and set firm boundaries with your friends, always be kind to those who truly love you. Believe in your abililties - don't be too hard on yourself. Don't allow fear and insecurity to take over.
by Julia Sawalha


Was ich meinem 16 Jahre alten Ich schreiben würde? Schwierig ... und meine Bedenkzeit wurde durch das plötzliche Behandlungsende meiner kranken Hälfte beendet. Aber ich verrate euch, wie weit ich gekommen bin:

Nur weil dich jemand fragt, ob du ihn heiraten willst, musst du nicht gleich ja sagen.
Dies trifft vor allem dann zu, wenn du erst 18 bist, demzufolge als nicht zurechnungsfähig giltst (auch wenn der Staat etwas anderes behauptet) und dein Bauchgefühl auf Grund rosaroter Pheromone dir deinen Verstand vernebelt.
Besser: Höre auf deine Mutter!

Du bist stärker als du denkst. Und auch wenn du mal einen schwachen Moment erlebst, Fehlentscheidungen triffst oder nicht mehr weißt, wohin du gehörst: Steh auf. Steh zu dir selbst.